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✨ Tauchen wir ein in die Welt der Psychischen Gesundheit ✨

6. Feber 2026, von Sonja Schreder

An unseren beiden kokon-Standorten Bad Erlach und Rohrbach-Berg schärfen wir das Bewusstsein für psychosoziales Wohlbefinden. Nur so gelingt es, in der Reha Erlerntes in den Alltag zu Hause mitzunehmen. Fühlen sich Kinder und Jugendliche in ihrem Umfeld sicher und aufgehoben, können sie auch schwierige Situationen gut bewältigen!

Dr. Dina Ghanim, Fachärztin für Kinder und Jugendpsychiatrie und Psychotherapeutin im kokon Bad Erlach, spricht im Interview über das Thema Psychosoziale Reha und Mental Health.

Welche Rolle spielen deiner Meinung nach spezialisierte Reha-Programme im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie für die langfristige psychische Gesundheit von jungen Patient:innen?

Dr. Dina Ghanim: Spezialisierte Reha-Programme sind ein wichtiger und wirksamer Teil in der Behandlung psychisch belasteter Kinder- und Jugendlicher. Durch das intensive Behandlungssetting und die Verfügbarkeit verschiedenster Ansätze zur Behandlung können in kurzer Zeit sehr gute Erfolge erzielt werden.

Leider gibt es in Österreich keine ausreichende Anzahl an Behandlungsplätzen und die Wartezeit ist lange. Weiters gibt es einige vor allem schwere psychische Krankheitsbilder, die derzeit in der Reha nicht behandelt werden können. Hier ist noch viel zu tun und das frustriert mich manchmal. Dann versuche ich an die Patient:innen zu denken, die wir gut behandeln können und das sind tatsächlich viele. Wir können vor allem bei Patient:innen in der Genesungsphase oder bei drohender Chronifizierung sehr gute Erfolge verzeichnen. Es können mitunter im niedergelassenen Bereich stagnierende Prozesse wieder angekurbelt werden und auch da, wo ein stationärer Aufenthalt aus unterschiedlichen Gründen nicht stattfindet, kann ein Reha Aufenthalt eine gute Behandlungsmöglichkeit darstellen.

Welche therapeutischen Ansätze und Methoden hältst du für besonders wirksam bei der Mental Health Reha im Kinder- und Jugendalter?

Dr. Dina Ghanim: Für besonders hilfreich halte ich, dass Kinder und Jugendliche in der Reha die Möglichkeit haben, vielfältige Therapieformen und unterschiedliche Therapeut:innen kennenzulernen. Sie können die Erfahrung machen, selbst zu spüren, was ihnen im Moment hilft. Tatsächlich hängt es von zahlreichen Faktoren ab, welche Therapieform wirksam werden kann. Hier müssen wir viel auf unsere Patient:innen hören und sie in Entscheidungen miteinbeziehen.

Bei uns im kokon gibt es besonders viele Therapieformen. Ich persönlich halte die Kreativ-Therapien, also Kunst-, Musik und Tanztherapie, aber auch Bewegung als Therapieform für hochwirksam.

Gruppenangebote wie auch die Möglichkeit für Einzelsettings sind in diesem Zusammenhang je nach Bedarf wichtig.

Viele Kinder und auch Erwachsene fürchten sich vor Gruppentherapien. Bei uns haben sie die Möglichkeit, diese kennenzulernen und die Wirksamkeit zu erleben.

Kinder und Jugendliche können durch die vielfältigen Therapieformen die Erfahrung machen, selbst zu spüren, was ihnen im Moment hilft.
Dr. Dina Ghanim

Inwiefern sollte eine Mental Health Reha im Kinder- und Jugendalter auf die individuellen Bedürfnisse und Entwicklungsstufen der jungen Patient:innen zugeschnitten sein?

Dr. Dina Ghanim: Die Reha muss und soll auf die individuellen Bedürfnisse und Entwicklungsstufen der jungen Patient:innen zugeschnitten sein. Hierbei machen wir im kokon eine stete Weiterentwicklung der Individualisierung von Behandlungen. Gleichzeitig geht es um Erlebnisse in der Gruppe. Wir Menschen sind „gruppale“ Wesen, Genesung muss zu einem Teil auch in der Gruppe stattfinden. Wie in Erziehung und Gesellschaft muss ein Ziel eine Ausgewogenheit zwischen Individualisierung und Gemeinschaftserleben ermöglichen. Die große Frage ist: Wie können wir unsere individuellen Bedürfnisse in einer Gruppe mit anderen ausdrücken und leben? Diese Frage versuchen wir im kokon als Leitfrage für unser Handeln zu sehen.

Und als letzte Frage würden wir gerne wissen, was du an deinem Job hier im kokon am liebsten magst?

Dr. Dina Ghanim: Ich mag die Arbeit mit meinen Patient:innen und den Begleitpersonen. Ich freue mich, jeden Menschen als Individuum kennenzulernen und gemeinsam herauszufinden, was die persönlichen Bedürfnisse und Wünsche sind und was es an Unterstützung braucht, um da ein stückweit hinzukommen.

Und natürlich mag und schätze ich die Arbeit mit meinem Team. Wir sind viele qualifizierte und engagierte Mitarbeiter:innen, die gemeinsam im Interesse der Patient:innen wirken. Es geht so viel weiter, das ist sehr berührend. Ich mag es auch, gemeinsam neue Ideen zu entwickeln und Schwierigkeiten gemeinsam zu meistern!