Wenn Räume heilen können
Dass Räume heilende Wirkung haben können, ist wissenschaftlich erwiesen. Auf diesen Erkenntnissen basiert auch der so genannte „Snoezelen-Raum“. Dieser wird bei uns in der Kinder- und Jugend-Reha im kokon eingesetzt. Wie? Das verraten wir euch in diesem Artikel.
Der Ursprung des Snoezelen-Raums
Der Begriff „Snoezelen“ stammt aus dem Niederländischen und setzt sich aus „snuffelen“ (schnüffeln) und „doezelen“ (dösen) zusammen. Die ruhige, reizarme Umgebung fördert Wohlbefinden und Entspannung und erlaubt es unseren Patient:innen, sich gezielt in einem geschützten Raum zu fokussieren.
Elemente, die beruhigen
Eine reizarme Umgebung bedeutet nicht automatisch kahle, leere Räume. Vielmehr wird auf die Art und den Umfang der Reize geachtet und welche Auswirkungen diese auf unsere jungen Patient:innen haben. Daher ist der Snoezelen-Raum mit besonders angenehmen Dingen ausgestattet. Es gibt unter anderem ein Wasserbett, ein Sitzkissen, eine Blasensäule und Wasserinstallationen, einen LED-Lichtvorhang sowie farbwechselnden Lampen, Lichtprojektoren, eine Spiegelkugel, sanfte Musik und beruhigende Klänge, viele interaktive Elemente sowie Pölster und Decken.


Für wen ist der Snoezelen-Raum gedacht?
„Das Besondere an diesem Raum ist, dass er für all unsere Patient:innen hilfreich und nützlich sein kann. So profitieren zum Beispiel Kinder und Jugendliche, die mit neurologischen Erkrankungen leben und in ihrer Wahrnehmung beeinträchtigt sind, enorm von den vielfältigen Sinneserfahrungen, die der Snoezelen-Raum bietet“, erklärt Romana Wagner, Stv. Pflegedirektorin im kokon Rohrbach-Berg. „Hier können sie in einem geschützten Raum verschiedene Reize erleben und diese gezielt, ohne Ablenkung, verarbeiten“, so Wagner weiter.
Wie wird der Raum genutzt?
Ein anderes gutes Beispiel kommt aus der Wahrnehmungsgruppe der Ergotherapie. Diese nutzt den Raum bewusst für jüngere Kinder, um neben ihren mentalen auch ihre motorischen Fähigkeiten zu stimulieren und fördern. Elisabeth Hellauer, Ergotherapeutin im kokon, erzählt: „Unsere jungen Patient:innen sind meist so fasziniert von den Lichtern und Farbspielen, dass sie schnell auf Entdeckungstour gehen. Ihre natürliche Neugier treibt sie dazu an, sich zu bewegen, Dinge anzugreifen und mit allen Sinnen zu erkunden. Ein besonderes Highlight sind für viele die Tasten der Wassersäule, bei der sie „Ursache und Wirkung“ lernen. Drücken sie drauf, so geht das Licht der Säule an und die Luftblasen steigen auf. Lassen sie die Taste los, geht beides wieder aus. Diese einfache Bewegung fördert nicht nur ihre Feinmotorik, die Patient:innen erleben auch ihre Selbstwirksamkeit und die Freude am Entdecken.“


Der Snoezelen-Raum wird jedoch auch von vielen weiteren Berufsgruppen im kokon genutzt. Die Psychologie nutzt ihn für die Entspannungsgruppe, die Diätologie für das Genusstraining, das Pflege-Team für die aktivierende Pflege, die Massage-Therapeut:innen für die Baby-Massage-Gruppe und viele mehr. So sorgen wir dafür, dass möglichst viele Patient:innen den therapeutischen und entspannenden Effekt des Snoezelen-Raums für ihr Wohlbefinden, ihre Entwicklung und Genesung nutzen können.
Ein Raum als Symbol für ganzheitliche Rehabilitation
Der Snoezelen-Raum im kokon Rohrbach-Berg ist Ausdruck unseres Verständnisses für Rehabilitation. Dieser Rum zeigt: Heilung betrifft nicht nur den Körper, sondern auch den Geist und die Seele.

