Multi-modales Reha-Konzept für herzkranke Kinder
Am 5. Mai ist jährlich der Tag des herzkranken Kindes. Wir nehmen das zum Anlass euch über interessanten Fakten rund um das Herz und dessen Erkrankungen zu informieren.
Wusstet ihr, dass Herz-Erkrankungen bei Kindern keine Seltenheit sind?
Allein Herzfehler sind die häufigste aller angeborenen Fehlbildungen. Etwa 8 bis 10 von 1.000 Neugeborenen bekommen diese Diagnose.
Nur ein Grund von vielen, warum Kinder und Jugendliche für eine Herz-Reha zu uns in den kokon nach Rohrbach-Berg kommen. Dort ist Dr. Robert Weinzettel Primar und Ärztlicher Direktor sowie Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde und Kinder-Kardiologe. Er beantwortet uns die wichtigsten Fragen rund um Herz-Erkrankungen bei jungen Menschen und wie eine Reha diese unterstützen kann.


Wie viele Kinder und Jugendliche sind von Herz-Erkrankungen betroffen?
Es werden immer mehr: Jedes Jahr kommen allein in Österreich rund 700 Kinder hinzu – denn die Überlebenswahrscheinlichkeit von Früh- und Neugeborenen mit Herz-Erkrankungen wird immer besser. Folglich wird es von einem Thema für sehr junge Menschen auch zu einem Thema für junge Erwachsene. Im DACH-Raum liegt die Anzahl im einstelligen Millionenbereich.
Was bringt eine Herz-Reha?
Durch eine Reha können wir den Heilungs- und Erkrankungsverlauf positiv beeinflussen und die jungen Patient:innen dabei unterstützen, ein freieres und gesünderes Leben zu führen.


Welche Patient:innen kommen vorwiegend in den kokon und was können sie erwarten?
Wir teilen die Patient:innen in 2 verschiedene Gruppen ein: Diejenige, die akut nach einer Operation eine Reha brauchen und diejenigen, die chronische Herz-Erkrankungen haben.
Erstere kommen rund 6 Wochen bis 6 Monate nach dieser OP zu uns. Bei ihnen geht es darum, die Leistungsfähigkeit wiederherzustellen und das OP-Trauma zu verarbeiten. Das gelingt uns innerhalb der 3-wöchigen Reha-Zeit auch gut.
Wenn es um chronische Herz-Erkrankungen geht, sind die Herausforderungen komplexer, gerade bei schweren Herzfehlern. Denn nicht nur das Herz muss hier behandelt werden, häufig treten bei diesen Patient:innen auch psychosoziale und neurologische Schwierigkeiten auf. Wir gehen hier Schritt für Schritt vor und empfehlen Wiederholungsaufenthalte, um sich nacheinander den spezifischen Themen zu widmen.
Wie sieht das Behandlungskonzept aus?
Eine erfolgreiche Reha ist immer ein Gemeinschaftswerk. Unsere verschiedenen Berufsgruppen arbeiten eng zusammen – auch mit den Patient:innen – und immer auf Augenhöhe. Gemeinsam definieren wir das Therapie-Ziel und machen einen Behandlungsplan, der auch individuelle Elemente hat. Durch wöchentliche Kern-Besprechungen und viel Berufsgruppen-übergreifenden Austausch beobachten wir den Reha-Verlauf ganz genau und können bei Bedarf nachschärfen. Wichtig ist uns, immer in Kommunikation zu bleiben: Wir schaffen’s gemeinsam!

