Frühkindliche Essstörungen: Emilias Reha im kokon Bad Erlach
Eine unserer Kompetenz-Schwerpunkte im kokon Bad Erlach sind Frühkindliche Essstörungen. Lest hier von Emilias Geschichte, ihrer Zeit bei uns und wie es ihr jetzt geht.
Emilias Chance ihre Angst vor Nahrungsmitteln abzulegen
Die heute 8-jährige Emilia hatte einen holprigen Start ins Leben. Durch viele Erkrankungen und Spitalsaufenthalte konnte sie lange nicht richtig lernen, Nahrung zu genießen. Emilia kam zwar mit stolzen 4 kg auf die Welt, jedoch nahm sie danach kaum zu und bewegte sich nur wenig.
Es folgte ein Aufenthalt im Krankenhaus, um der Sache auf den Grund zu gehen. Dort bekam sie Influenza mit hohem Fieber und ihre Trommelfelle platzten. Dazu kam, dass Emilia nicht mehr gestillt werden wollte und aufgrund einer Nahrungsmittelunverträglichkeit oftmals erbrechen musste. Mit 9 Monaten wog sie daher erst 6,5 kg. Mit einem Jahr wurden Emilia dann bleibende Paukenröhrchen operativ ins Trommelfell eingesetzt. Diese Röhrchen ermöglichen die dauerhafte Belüftung des Mittelohrs, lassen Flüssigkeit abfließen und verhindern so weiteren Hörverlust und schmerzhafte Mittelohr-Entzündungen. Nach der Operation erkrankte Emilia jedoch an Windpocken, wodurch sich ihr Gehör erneut verschlechterte.
Das alles hatte zur Folge, dass Emilia mit 1,5 Jahren erst 7,5 kg wog und kaum mehr die Kraft hatte, sich aufrecht zu halten. Die Ärzte beschlossen daher eine Nasensonde zu legen, um sie ausreichend zu ernähren. Danach ging es kurz bergauf. Zu Hause angekommen erbrach Emilia jedoch häufig wieder und sagte die Sonde „kitzelte“ sie im Hals. Ihr Gewicht blieb konstant niedrig, weshalb die Familie um einen 5-wöchigen Reha-Aufentahlt im kokon Bad Erlach ansuchte, der auch genehmigt wurde.
Gleich zu Beginn der Reha zog sich Emilia selbst die Sonde aus der Nase. Nach Absprache mit den Ärzt:innen im kokon blieb die Sonde auch draußen.
Spiele-Essen
Bei uns treffen sich die jungen Patient:innen in Gruppen, um gemeinsam intensiv schmeckende Lebensmittel, wie Süßes und Saures zu verkosten. Dabei steht der Spaß im Vordergrund. Sie dürfen alles angreifen, abschlecken und damit spielen. So lernen sie, Nahrung mit allen Sinnen wahrzunehmen und entwickeln Vorlieben.
Therapie-Angebot
Außerdem hatte Emilia auch Physiotherapie, Logopädie, Ergotherapie und Musiktherapie. Mithilfe der Physiotherapie wird die Mundmuskulatur trainiert. Die Logopädie hilft, indem der Mundraum des Kindes mit Kalt-Warm-Reizen und diversen Geschmäckern stimuliert wird. Auch das Schlucken wird geübt. Emilia hatte besonders Freude am Malen in der Ergotherapie und am Trommeln und Singen in der Musiktherapie.
Emilia war schon mehrmals bei uns im kokon Bad Erlach auf Reha. Nach dem dritten Reha-Aufenthalt brauchte sie keine Fläschchen mehr. Sie hatte selbstständig das Gefühl von Hunger entwickelt und verlangte freiwillig nach Essen. Heute ist Emilia selbstbewusster und temperamentvoller denn je, hat auch zu Hause weiterhin Physio- und Ergotherapie und entwickelt sich gut.


Wir wünschen Emilia und ihrer großartigen Familie weiterhin alles Gute und viel Erfolg!
Alles über die Reha im kokon
Ein Reha-Aufenthalt ist mit viel Aufregung verbunden. Hier findet ihr einen Überblick, was kokon ist, wie ihr zu uns kommt, was euch erwartet, wie der Reha-Alltag aussieht, wie die Reha endet und wie es für euch zu Hause weitergeht.