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Achtsam Laufen: Wie Mindful Running Körper & Geist stärkt

14. Feber 2025, von Irene Hanus

Eine der Trendsportarten des letzten Jahres war Mindful Running. Doch was ist das genau und was bewirkt es? Wir verraten es euch im Artikel.

kokon Patientinnen beim Spazieren im Wald | Outdoor-Gruppe

Spätestens seit den viralen „very demure, very mindful“-Videos auf Instagram und Tik Tok ist das Wort „mindful“ allen bekannt. Doch was bedeutet es eigentlich und wie können wir es – abseits von unterhaltsamen Videos – für uns nutzen? Eine kurze Recherche mittels der Suchmaschine unseres Vertrauens ergibt: „Mindful“ bedeutet so viel wie aufmerksam. Es geht also darum, sich Dingen bewusst zu sein. Um es mit einem anderen Wort, das gerade im Gesundheitsbereich sehr beliebt ist, auszudrücken: achtsam sein. Sehen wir uns an, was das genau bedeutet:

achtsam; Adjektiv, gehoben
Bedeutung: aufmerksam, genau, gründlich, sorgfältig, umsichtig, vorsichtig, wachsam

Mindful Running ist also eine bewusste und achtsame Art der Bewegung. Ob ihr besonders schnell oder langsam lauft, ist dabei nebensächlich. Wichtig ist, dass ihr im Hier und Jetzt seid. Oder anders gesagt: dass ihr euch euren Körpern, eurer Atmung, eurer Stimmung und euren Gefühlen während des Laufens bewusst seid oder macht. Die Königsklasse bei Mindful Running ist, wenn ihr neben der Aufmerksamkeit für den eigenen Körper und das eigene Wohlbefinden auch noch eure Umgebung achtsam wahrnehmt. Was das genau bewirkt, wie das genau aussehen kann und einige Tipps unserer Psycholog:innen und Sportwissenschafter:innen aus der kokon Kinder- und Jugend-Reha zur Trendsportart haben wir hier für euch zusammengefasst.

Kinder und Therapeut:in die Spazierengehen
Gruppenfoto Schuhe von Adipositas Reha-Patient:innen

Wie geht das mit der Achtsamkeit? Worauf könnt ihr achten?

  • Wenn Gedanken auftauchen, lasst sie kommen und ziehen – ohne zu werten. Alles hat Platz und darf sein.
  • Konzentriert euch auf eure Atmung: Atmet tief ein und aus. Wie fühlt sich der Atemzug und die Luft in eurer Lunge an?
  • Fokussiert euch auf verschiedene Regionen eurer Körper und wie sich diese während des Mindful Runnings anfühlen, z. B. eure Füße in euren Schuhen oder das Gefühl des Untergrundes, auf dem ihr euch bewegt.
  • Nehmt eure Umgebung aktiv wahr: Was könnt ihr sehen und hören? Wie riechen die Luft und die Umgebung, in der ihr euch bewegt? Was hört ihr? Dabei zählen sowohl euren eigenen Körper- als auch Umgebungsgeräusche.

Gut zu wissen: Probiert es langsam aus und stresst euch nicht. Zu Beginn könnt ihr euch vermutlich nur auf einen der Punkte fokussieren. Mit Zeit und Übung, fällt es euch immer leichter, mehreren Bereichen nacheinander Aufmerksamkeit zu schenken, während ihr euch bewegt.

Was hat es mit der Achtsamkeit auf sich? Wie hilft euch das konkret weiter?
Studien belegen, dass Achtsamkeitstraining effektiv, also wirksam, ist. Regelmäßiges Training verbessert eure Fähigkeit, mit Stress umzugehen. Das ist für Körper und Geist gesund und steigert euer Wohlbefinden.

Was kann euch dabei helfen, achtsam zu sein?
Nutzt Affirmationen, um euch im Moment zu verankern. Das sind kurze, positive und einfache Ich-Sätze. Sie fördern Achtsamkeit und halten euren Fokus im Hier und Jetzt, zum Beispiel: „Ich bin hier. Ich bin ruhig und entspannt. Ich spüre meinen Körper. Ich spüre meinen Atem.“

junger Patient im Rollstuhl Bub im Rollstuhl
Patientin achtsam, denkt nach

Warum ist Bewegung an der frischen Luft so wichtig für Geist und Körper?
Viele Studien, aber auch persönliche Erfahrungsberichte unserer Mitarbeiter:innen und Patient:innen, belegen sowohl statistisch als auch anekdotisch, dass Stress und Anspannung sinken. Im Gegenzug erhöhen sich die Lebensqualität, das Energielevel und das Wohlbefinden. Auch auf depressive Episoden hat Bewegung in der Natur einen positiven Einfluss.

Wie findet ihr das für euch passende Tempo? Woran erkennt ihr, dass ihr euch zu viel abverlangt?
Es ist vermutlich selbsterklärend, dass euch Bewegung guttun soll. Besonders, wenn ihr gerade erst damit anfangt, kann sich Sport herausfordernd anfühlen. Achtet daher auf diese Anzeichen, um gesunde von ungesunden Belastungen für Körper und Geist zu unterscheiden:

Gesund

• Positive Herausforderung
• Freude an der Bewegung
• Muskeln (leicht) spürbar
• Schnelle Atmung ok, sprechen möglich
• Schweiß, Anstrengung, mildes Unwohlsein

Ungesund

• Überfordernder Wettbewerb
• Stress wegen der Bewegung
• Schmerzen in den Muskeln
• Schnappatmung, kein sprechen mehr möglich
• Schwindel, Übelkeit, starkes Unwohlsein

Gefahren, die ihr beim Mindful Running bewusst vermeiden könnt und sollt
Lasst euch nicht ablenken – besonders Sorgen, Ängste oder euer Handy können euch beim Mindful Running in die Quere kommen. Eine Möglichkeit, damit umzugehen, ist, die Gedanken bewusst beiseitezuschieben: „Diese Sorgen sind später dran. Jetzt bin ich hier, bei mir. Jetzt laufe ich“. Wenn ihr beim Laufen auf Musik nicht verzichten könnt, oder eure Schritte tracken möchtet, könnt ihr auf eurem Handy einen entsprechenden Modus einschalten.

Adipositas Reha Outdoor
Patientin achtsam, denkt nacht sitzt am boden

Mindful Running – mehr als ein Trend

Mindful Running ist mehr als nur ein Trend – es ist eine Einladung, euch selbst und die Welt um euch bewusst wahrzunehmen. Wenn ihr achtsam lauft, hört ihr nicht nur auf euren Körper, sondern auch auf das, was euch im Alltag vermutlich oft entgeht: den Klang der Natur, den Rhythmus eures Atems und die Kraft, die in euch steckt. Probiert es aus – in eurem eigenen Tempo. Wir hoffen, ihr entdeckt dabei nicht nur die Freude an der Bewegung, sondern auch ein Stück mehr Zufriedenheit, Ruhe und Energie. Also: Schnürt eure Schuhe, atmet tief ein und aus, und lauft los – im Hier und Jetzt. Eure Gesundheit und euer Wohlbefinden warten auf euch!

kokon Illustration Weg von A wie Anfang bis Z wie Ziel